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Hauseinsturz in Breitensee: U3 betroffen, viele offene Fragen

Die Bilder aus Köln sind uns alle noch im Gedächtnis: Wegen einer völlig unzureichend gesicherten U-Bahn-Baustelle war das Kölner Stadtarchiv eingestürzt, zwei Menschen hatten ihr Leben verloren. Die Bilder aus Breitensee, die uns nun vom Einsturz des Hauses in der Kendlerstraße erreichen, erinnern frappant an das Drama: der Blick direkt in die Wohnräume des eingestürzten Hauses, die schlecht gesicherte Baugrube, der unmittelbar (3 Meter darunter) angrenzende U-Bahn-Tunnel. Nur durch ein Wunder gab es aber im 14. Bezirk keine Opfer: Die einzige Bewohnerin des Hauses war eine halbe Stunde vor dem Einsturz ins Spital eingeliefert worden.

Durch den Einsturz ist, wie nun bekannt geworden ist, auch der Tunnel der U3 in Mitleidenschaft gezogen worden. Risse durchziehen die Mauer des Tunnels. Die Strecke wurde jedoch vorläufig freigegeben. Um Vibrationen zu verhindern, dürfen die Züge den Bereich derzeit nur mit 25 km/h durchfahren. In der Nacht wird die Strecke dann nur eingleisig befahrbar sein, dann wird der Tunnel erneut kontrolliert. Die Passagiere werden die Strecke durch den rissigen Tunnel unter dem eingestürzten Haus bis dahin wohl mit einem mulmigen Gefühl durchfahren.

Nun stellt sich die Frage, ob zwischen dem Hauseinsturz und der U-Bahn-Führung ein Zusammenhang besteht. Schließlich führt die U-Bahn ganze 3 Meter unter der Baugrube und dem eingestürzten Haus durch. Und dass die Vibrationen der U-Bahn die Baugrube zusätzlich instabil gemacht haben könnten, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Ein Vergleich mit dem Drama von Köln drängt sich fast schon auf.

Auf jeden Fall werden die Ursachen des Hauseinsturzes lückenlos aufzuklären sein: Besteht ein Zusammenhang mit der U-Bahnstrecke? War die Baugrube schlecht gesichert? Warum haben die zuständigen Behörden hier nicht rechtzeitig agiert?

Es ist nicht das erste Mal in den letzten Monaten, dass ein Haus in Wien wegen Bauarbeiten einstürzt oder einzustürzen droht. Die Häufung der Vorfälle läßt reichlich Zweifel an der nötigen Genauigkeit und Intensität der Kontrollen durch die zuständigen Behörden der Stadt Wien aufkommen. Nur zwei Monate vor der Wahl wird sich die Stadtregierung auf eine Reihe unangenehmer Fragen gefaßt machen müssen.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 1. August 2010 um 12:51 pm

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